Dein Humankapital

gestaltend. Individuell. entwickeln.

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17.03.2024

Humankapital: Deine Arbeitskraft

„Ich bin überzeugt, dass es nichts Wichtigeres gibt, als Leute einzustellen und weiterzuentwickeln. Am Ende des Tages zählen Sie auf Menschen, nicht auf Strategien.“

Der Begriff „Humankapital” beschreibt deine Arbeitskraft und Arbeitsleistung. Du kannst sie einsetzen, um Einkommen in Form von Gehalt oder Lohn zu erzielen. Im Rahmen der persönlichen Finanzen kann mit dem Humankapital die Einnahmenseite betrachtet und entwickelt werden. Es bildet den Grundstein für deine finanziellen Verhältnisse und ist daher von großer Bedeutung. Um das Humankapital zu steigern, musst du dein Wissen sowie deine Fertigkeiten und Fähigkeiten erweitern. Neben der finanziellen Perspektive spielen auch deine Gesundheit und die Absicherung deiner Arbeitskraft eine große Rolle.

Im folgenden Kapitel erfährst du, warum dein Humankapital für deine Finanzen von großer Bedeutung ist, wie du deine Fähigkeiten und Fertigkeiten entwickeln kannst und worauf du dabei achten solltest.

Was ist dein Humankapital?

Nüchtern betrachtet stellt Humankapital eine mathematische Größe dar, die das zukünftige Lebenseinkommen einer Person beschreibt. Es lässt sich errechnen, indem alle zukünftigen Einnahmen, die durch eine Person und deren Arbeitskraft erworben werden, zusammengerechnet werden. Die rechnerische Bedeutung des Humankapitals ist jedoch eher sekundär, da es auf Basis von Prognosen über eine unsichere Zukunft ermittelt werden muss. Die Berechnung des individuellen Humankapitals kann zwar interessant sein, als Zahl ist sie aufgrund der Unsicherheit der getroffenen Annahmen aber wenig aussagekräftig.

Neben der mathematischen Größe kann Humankapital auch als tatsächliche Arbeitsleistung betrachtet werden, die einen konkreten monetären Gegenwert besitzt. Das bedeutet, dass du bei einer unselbstständigen Tätigkeit für deine Zeit, Erfahrung, dein Wissen und deine Fähigkeiten entsprechend vergütet wirst. Für ein Unternehmen kann das Humankapital eine wirtschaftliche Größe mit ökonomischem Wert darstellen.

Aus finanzieller Perspektive stellt Humankapital in den meisten Fällen die Einnahmen einer Person dar. Deine Arbeitskraft (Einkommen) und dein Lebensstil (Ausgaben) sind in der Regel die beiden Stellschrauben für deine finanzielle Gesamtsituation. Um dir größere Anschaffungen, Investitionen und Wünsche erfüllen zu können, musst du entweder deine Ausgaben senken oder deine Einnahmen erhöhen.

Neben Investitionen in Wertpapiere, Immobilien oder festverzinsliche Anlagen besteht auch die Möglichkeit, in dich selbst zu investieren. Eine Investition in dein Humankapital liefert unter allen Anlageklassen die meist größte Rendite – sofern sie sinnvoll und zielgerichtet erfolgt.

Warum ist dein Humankapital für dich wichtig?

Wie bereits angedeutet, stellst du dein Humankapital in Form deiner Arbeitskraft einem Arbeitgeber gegen ein Entgelt zur Verfügung. Aus dieser sehr rationalen Perspektive ist die Arbeitskraft, die von Unternehmen zu produktiven Zwecken genutzt wird, die größte und meist einzige Einkommensquelle von Arbeitnehmern. Dabei wird vorausgesetzt, dass kein hohes Erbe oder Vermögen durch Glück (z. B. ein Lottogewinn) vorhanden ist. Natürlich können im Laufe eines Lebens weitere Einkommensquellen hinzukommen, beispielsweise durch Investitionen in Unternehmen oder vermietete Immobilien. Diese müssen allerdings zunächst aus der eigenen Arbeitskraft heraus finanziert werden. Dein Humankapital legt somit den Grundstein für deine finanziellen Verhältnisse. Vereinfacht gilt: Je höher dein Einkommen, desto mehr finanzielle Möglichkeiten besitzt du. Hinzu kommt, dass die Reduzierung von Ausgaben endlich ist: Als angestellte Person gibt es Ausgaben für Nahrung, Wohnung und Lebensunterhalt, die zwar gesenkt werden können, aber nie null sind. Dein Einkommen hingegen kann theoretisch immer weiter steigen.

Aus finanzieller und karrieretechnischer Perspektive ist es daher ratsam, in das eigene Humankapital zu investieren, um das eigene Einkommen langfristig und stetig auszubauen. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten und Ansätze.

Wie du dein Humankapital steigern kannst

Bei der Steigerung des Humankapitals gibt es verschiedene Faktoren und Herangehensweisen. Zum einen kann die eigene Arbeitsleistung durch Erfahrung oder Learning by Doing verbessert werden. Im Endeffekt steckt hinter diesem ersten Vorgehen lediglich Zeit. Zeit, die in einem Beruf oder einer Tätigkeit verbracht wird, durch die man Aufgaben mit der Zeit schneller, effizienter und besser erledigen kann.

In manchen Arbeits- oder Tarifverträgen wird diesem Erfahrungsgewinn auch Rechnung getragen, indem nach Ablauf einer gewissen Zeit automatische Einkommenssteigerungen erfolgen. Hierbei wird teilweise auch von Erfahrungsstufen gesprochen. Die Steigerung des Humankapitals durch Erfahrung ist eine der einfachsten Möglichkeiten, dein Einkommen im Zusammenhang mit deinen Fähigkeiten und Kenntnissen zu erhöhen, da dies automatisch erfolgt, wenn du deinen Job über einen längeren Zeitraum ausübst.

Dabei muss allerdings ein gewisser Rahmen gelten, u. a. muss eine automatische Höherstufung im Gehalt nach Ablauf einer bestimmten Zeit im Arbeits- oder Tarifvertrag geregelt sein. Andernfalls musst du dein Gehalt selbst verhandeln. Mehr zum Thema Gehaltsverhandlungen findest du hier.

Höheres Humankapital durch Fort- und Weiterbildungen

Eine andere Möglichkeit, das Humankapital zu steigern, sind Fort- und Weiterbildungen. Hierbei besteht teilweise die Möglichkeit, über den Arbeitgeber eine Fortbildung zu absolvieren, um dein Fachwissen und deine Fähigkeiten in einem bestimmten Bereich zu verbessern. Wenn dir eine umfangreichere Fortbildung angeboten wird, um dich für eine spezielle Tätigkeit zu qualifizieren, führt dies in der Regel zu einer Gehaltssteigerung, sobald du die neuen, meist anspruchsvolleren Aufgaben übernimmst. Wichtig zu wissen ist hierbei, dass nicht der Abschluss einer Fort- und Weiterbildung zu einem höheren Gehalt führt, sondern die Übernahme der meist anspruchsvolleren Aufgaben. Dein zusätzliches Wissen und deine vertieften Fähigkeiten sind die Voraussetzung für neue Tätigkeiten. Dies gilt insbesondere, wenn du aus eigenem Antrieb heraus eine Fort- oder Weiterbildung beginnst, indem du studierst, eine Fachweiterbildung absolvierst oder einen Schulabschluss nachholst. Jeder Abschluss erweitert dein Wissen, deine Fertigkeiten und deine Fähigkeiten. Das muss sich im Anschluss an einen Abschluss aber nicht unbedingt in einem höheren Gehalt zeigen, eröffnet dir aber gleichzeitig weitere Möglichkeiten außerhalb deines jetzigen Arbeitgebers und deiner aktuellen Tätigkeit.

Vielleicht stellst du dir jetzt die Frage: Ist es besser, eine Fort- und Weiterbildung über den Arbeitgeber zu machen, oder soll ich mich selbst auf die Suche nach einer passenden Weiterbildung machen? Die Antwort darauf hängt von dir und deiner individuellen Karriereplanung ab.

Im Rahmen deines Humankapitals ist es zunächst wichtig, dass du deine angestrebten Tätigkeiten und Positionen definierst und kennst. Sobald du dich auf ein Ziel festgelegt hast, kannst du damit beginnen, die notwendigen Kompetenzen zu erwerben. Um einen Überblick über die notwendigen Fähigkeiten, Erfahrungen und Kenntnisse zu erhalten, kannst du entweder mit Personen sprechen, die die gewünschte Position bereits ausüben, oder selbst recherchieren. Manchmal kann es auch hilfreich sein, bei der Personalabteilung deines Unternehmens nachzufragen, welche Entwicklungsmöglichkeiten es gibt und welche Voraussetzungen du dafür erfüllen musst. Eine Stellenanzeige kann ebenfalls ein Indikator sein, da sie die Anforderungen an Bewerber:innen und damit die Voraussetzungen für eine Stelle vermittelt.

Entscheidest du dich für eine innerbetriebliche Karriere bei deinem Arbeitgeber, ist es oft ratsam, mit den Vorgesetzten oder der Personalabteilung über Fördermöglichkeiten zu sprechen. Dies kann eine finanzielle Unterstützung in Form einer bezahlten Freistellung für die Fortbildungstage oder eine Kostenübernahme für die Weiterbildung selbst sein. Du kannst auch von einem innerbetrieblichen Netzwerk profitieren, wenn du Fachfragen hast oder Unterstützung bei einer Abschlussarbeit benötigst. Wenn dein Arbeitgeber dich bei einer Weiterbildung unterstützt, wird er in den meisten Fällen eine Vereinbarung mit dir schließen wollen, um dich nach deinem Abschluss für eine gewisse Zeit an das Unternehmen zu binden.

Bildungsurlaub: Zusatzurlaub für dein Humankapital

Prüfe grundsätzlich die Möglichkeit von Bildungsurlaub. Dazu muss die Weiterbildung bei einem anerkannten Anbieter (abhängig vom Bundesland) stattfinden und du musst den Antrag unter Berücksichtigung aller Fristen stellen.

Über Bildungsurlaub kannst du bis zu fünf zusätzliche, bezahlte Freistellungstage für deine Weiterbildung erhalten. Wenn du eine Weiterbildung über deinen Arbeitgeber anstrebst, besteht die Möglichkeit, dass du diese nicht frei wählen kannst oder dass für deine Wunschweiterbildung aktuell oder zukünftig kein Bedarf im Unternehmen besteht.

Wenn deine Weiterentwicklungswünsche nicht mit denen deines Arbeitgebers übereinstimmen oder es keine Angebote seitens des Arbeitgebers gibt, kannst du dich in deiner Freizeit selbstständig weiterbilden. Dies hat zwar den Nachteil, dass du einen großen Teil deiner Freizeit opfern musst, bietet dir aber die Möglichkeit, dich unabhängig von einem Arbeitgeber zu entwickeln. Bei einer eigenständigen Weiterbildung kannst du dich ganz auf deine persönliche Karriere fokussieren und bist unabhängig in deinen Entscheidungen. Unter bestimmten Voraussetzungen hast du auch bei selbstständigen Fort- und Weiterbildungen Anspruch auf Bildungsurlaub. Zusätzlich kannst du die Kosten für deine Weiterbildung steuerlich geltend machen. Dies gilt, wenn die Fortbildung nach einer abgeschlossenen Ausbildung erfolgt und deine berufliche Entwicklung fördert.

Eine Möglichkeit zur Weiterbildung bieten Fern-Unis, die meist ein sehr breites Angebot für verschiedene Berufsgruppen haben. Der große Vorteil dabei ist, dass du Lerntempo und -zeiten selbst bestimmen und diese bestmöglich in deinen Alltag integrieren kannst.

Wenn du deine Weiterbildung lieber in einer Gruppe mit persönlichem Austausch und Präsenzunterricht absolvieren möchtest, kannst du auch bei lokalen Bildungsträgern nachfragen, ob diese berufsbegleitende Weiterbildungen anbieten.

Die für dich richtige Weiterbildung bietet dir relevante Inhalte (Wissen, Kompetenzen, Fertigkeiten) in einem passenden Rahmen (z. B. Präsenz vs. Online), um dich für deine zukünftige Karriere zu qualifizieren.

Eine vielleicht eher unbekannte Sichtweise ist die Steigerung des Humankapitals durch die Auseinandersetzung mit den Themen Finanzen, Sport, Ernährung oder einer generell gesunden Lebensweise. Beim Thema Finanzen ist bekannt, dass sich finanzielle Sorgen und Nöte auf die Gesundheit auswirken und die Psyche beeinträchtigen können. Die Gesundheit sollte physisch wie psychisch nicht vernachlässigt werden. Einerseits erhält ein gesunder Körper die Arbeitskraft, andererseits bringen das größte Wissen und die besten Fertigkeiten nichts, wenn diese aufgrund gesundheitlicher Probleme nicht eingesetzt werden können.

Die Themen Gehaltsverhandlungen und Nebentätigkeiten werden im Zuge des Humankapitals nicht näher betrachtet. Hierbei gilt, dass eine Gehaltsverhandlung oder eine Nebentätigkeit (Aushilfsjob) nicht zu höheren Einnahmen aufgrund deines Humankapitals führen. Zwar erhältst du dadurch monatlich ein höheres Einkommen, qualifizierst dich aber nicht für höherwertige Aufgaben. Die Steigerung des Humankapitals stellt aus finanzieller Sicht den größten Hebel zur Erhöhung des Einkommens dar und bietet in den meisten Fällen auch die größten Chancen für einen finanziell besser aufgestellten Haushalt. Ausgaben für Aus- und Weiterbildung sind demnach als Investitionen in das Humankapital anzusehen.

Abschließend erhältst du noch einige letzte Gedankenanstöße und Ideen bezüglich deines Humankapitals.

Was sonst noch wichtig ist

Geld ist nicht alles. Wenn du dich mit deinem Humankapital beschäftigst, sollte eine Steigerung deines Einkommens die Folge sein. Das sollte jedoch nicht das einzige Ziel sein. Beachte bei deinen Entscheidungen deshalb auch Faktoren wie Arbeitszufriedenheit, Arbeitsatmosphäre bzw. Betriebsklima, Spaß und Erfüllung durch eine Tätigkeit oder deine Work-Life-Balance.

Ebenfalls wichtig ist es, die eigene Arbeitskraft abzusichern bzw. zu erhalten. Mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung* kannst du einen Teil deines Humankapitals absichern. Durch Sport und gesunde Ernährung kannst du außerdem einen Ausgleich zu deiner Berufstätigkeit schaffen und deine Arbeitskraft langfristig erhalten. In den allermeisten Fällen stellt deine Arbeitskraft deine größte Einkommensquelle dar. Sollte diese ausfallen, kann dich das vor größere finanzielle Probleme stellen.

Beim Thema Absicherung kannst du gerne auf einschlägigen Vergleichsseiten* prüfen, ob und welche Berufsunfähigkeitsversicherung für dich infrage kommt. Als Daumenregel gilt: Je früher du eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt, desto besser.

Was Sport und Ernährung betrifft, kannst du entweder selbst aktiv werden, indem du deinen Hobbys nachgehst und selber kochst, oder die Gesundheitsangebote deines Arbeitgebers oder die deiner Krankenkasse nutzen.

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