Bei jedem der genannten Schritte muss eine Annahme getroffen werden, sei es beim Puffer für zukünftige Ausgaben, bei den zukünftigen Inflationsraten, bei den Schätzwerten für Rentenanpassungen oder bei deiner zukünftigen Steuerlast auf Renten. Dies ist einerseits notwendig, um die Rechnung der Rentenlücke überhaupt aufzustellen, verhindert aber andererseits belastbare Ergebnisse. Wenn es dir hilft, ein Gefühl für deine potenzielle Rentenlücke zu entwickeln, kannst du gerne mit unterschiedlichen Annahmen rechnen.
Im nächsten Schritt sollte die berechnete Rentenlücke geschlossen werden. Dies kann beispielsweise über eine private oder betriebliche Altersvorsorge geschehen. Bei einer betrieblichen Altersvorsorge ist der Zuschuss des Arbeitgebers ein wichtiges Element. Ein Zuschuss von 15 % ist gesetzlich verpflichtend, ab einem Zuschuss von 50 % kannst du davon ausgehen, dass es sich in der Regel um ein sehr gutes Angebot handelt. Bei einer Vorsorge über Versicherungsprodukte erhältst du unter Umständen eine Garantie für bestimmte Rentenzahlungen. Dies geht jedoch zu Lasten der Rendite, da die meisten Versicherungsprodukte mit hohen Kosten verbunden sind. Eine Alternative sind Investments in Wertpapiere oder Immobilien. Hier sind die Kosten meist deutlich geringer, allerdings hast du einen mehr oder weniger großen Verwaltungsaufwand und gegebenenfalls ein höheres Risiko.
Natürlich kannst du auch ausrechnen, wie hoch das Investitionsvolumen sein muss, um die Rentenlücke zu schließen. Dazu müssen allerdings wieder Annahmen zur Inflation, Renditeerwartung, Steuersätzen und zur Rentendauer (Lebenserwartung) getroffen werden.
An dieser Stelle wird davon abgesehen, die detaillierten Rechenschritte aufzuführen. Einerseits gibt es bereits gute Rechner auf einschlägigen Finanzportalen, andererseits müssen zu viele Annahmen über eine unsichere Zukunft getroffen werden.
Eine Alternative zu dem genannten Vorgehen wäre, mit nur wenigen Annahmen zu rechnen, indem du aktuelle Werte verwendest. Du kannst beispielsweise die errechneten Rentenleistungen aus der Renteninformation nehmen und mit deinen aktuellen Ausgaben vergleichen. Als Richtwert für deine Ausgaben kannst du 80 % deines aktuellen Gehalts annehmen. Inflation und Rentenanpassung werden dabei bewusst ignoriert. Dabei wird zunächst nur die Annahme getroffen, dass du bis zum Rentenbeginn weiterarbeitest wie in den vergangenen fünf Jahren.
Dieses deutlich verkürzte Vorgehen trifft nur zwei Annahmen.