Du solltest deine Aufgaben, deine Leistungen und deine Ergebnisse kennen. Besonders wichtig ist es, den eigenen Beitrag für das Unternehmen zu kennen. Kannst du unterscheiden, welche Aufgaben zu deinen originären Aufgaben gehören und welche Leistungen du zusätzlich erreicht hast?
Ein kleiner Tipp: Liste deine Erfolge und zusätzlichen Aufgaben (die berühmte „Extrameile“) auf und vergleiche sie mit deiner Tätigkeitsbeschreibung oder der Stellenanzeige. Wenn du positives Feedback erhalten hast, ergänze dies gerne in deiner Auflistung, um zu zeigen, dass deine Arbeit gewürdigt und geschätzt wird. Neben deinen zusätzlichen Aufgaben können auch erfolgreiche Projekte ein gutes Argument für ein Gehaltsgespräch liefern. Je mehr positive und zusätzliche Aufgaben und Erfolge du nennen kannst, desto besser ist deine Verhandlungsposition. Nutze die Zeit auch, um dir Gedanken über deine aktuellen und zukünftigen Aufgaben zu machen. Gibt es Aufgaben oder Projekte, die du gerne übernehmen würdest? Kannst du zeigen, dass du auch in Zukunft ähnliche Leistungen erbringen wirst? Eventuell werden zukünftige Aufgaben oder potenzielle Ziele im späteren Verlauf sinnvoll oder notwendig. Was könntest du für ein höheres Gehalt zukünftig leisten? Wenn eine Gehaltserhöhung nicht sofort möglich ist, welche Ziele und Erfolgsmaßstäbe könntest du dir und deinem Unternehmen setzen, um ein höheres Gehalt in Zukunft zu ermöglichen? Wenn du dir besonders viel Mühe geben möchtest, kannst du dich auch darauf vorbereiten, welche objektiven Ziele du hast. Anhand dieser kannst du später deinen Erfolg ohne subjektive Verzerrung messen.
Verzichte auf Totschlagargumente wie die Inflation. Dies betrifft nämlich alle, auch dein Unternehmen, und kann in diesem Fall auch als Gegenargument verwendet werden (eine Gehaltserhöhung ist derzeit nicht möglich, da die Kosten für das Unternehmen durch die Inflation gestiegen sind).
Neben deinen bisherigen Leistungen solltest du auch eine konkrete Vorstellung davon haben, wie viel du verdienen möchtest. Hierbei solltest du deinen Marktwert und deinen Wert für das Unternehmen kennen. Dein Marktwert bezeichnet die Gehaltsspanne, die du erhalten würdest, wenn du dich für eine Stelle bei einem anderen Unternehmen entscheiden würdest. Wichtig ist: Gehälter werden immer brutto in Vollzeit verhandelt. Entweder dein Monatsbrutto- oder dein Jahresbruttogehalt. Es ist daher wichtig, die eigenen Zahlen, Daten und Fakten zu kennen. Bitte nutze in der Kommunikation keine Nettogehälter. Der Nettobetrag ist zwar für dich wichtig, spielt für deinen Arbeitgeber aber keine Rolle. Zudem hängt er von verschiedenen Abzügen für Steuern und Sozialversicherungen ab, deren Berechnung und Höhe variieren können.
Um deinen Marktwert zu ermitteln, kannst du Vergleichsgehälter auf einschlägigen Websites wie Kununu, Stepstone oder LinkedIn suchen. Alternativ kannst du dich an Berufsverbänden, Branchenreports, Entgelttabellen oder dem Entgeltatlas der Agentur für Arbeit orientieren.
Bei der Recherche nach vergleichbaren Stellen und deren Gehältern wirst du auf Gehaltsbänder stoßen. Diese geben eine Entgeltspanne an. Wenn du dir nicht sicher bist, solltest du mehrere Quellen nutzen und dir einen eigenen Mittelwert bilden. Verlässlichere Quellen für Gehälter sind Tarifverträge und deren aktuelle Entgelttabellen. Dies ist für dich aber nur relevant, wenn dein Arbeitgeber dich nach einem Tarif vergütet.
Nachdem du deinen Marktwert kennst und die Daten mit deinem aktuellen Gehalt abgeglichen hast, kannst du überlegen, wie viel Gehalt du realistisch fordern möchtest. Dieses Gehalt solltest du als Wunschgehalt angeben.
Manchmal werden auch Empfehlungen zum Mindestgehalt und Verhandlungsgehalt genannt.
Das Mindestgehalt entspricht deinem persönlichen Schmerzgrenze, also dem Betrag, mit dem du noch gut leben könntest. Das Verhandlungsgehalt liegt über deinem Wunschgehalt, um dir Verhandlungsspielraum zu geben. Mit diesen beiden zusätzlichen Zahlen kannst du dir ein eigenes Gehaltsband schaffen. Dies ist allerdings nur bei einem Arbeitgeberwechsel relevant. Wenn du ein Gehaltsgespräch für deinen aktuellen Beruf suchst, hast du dein Mindestgehalt hoffentlich schon erreicht, und jede Steigerung ist eine Verbesserung zum Status quo.
Die Tarifbindung, falls vorhanden, ist der erste Punkt der Rahmenbedingungen, die du beachten solltest. Weitere Rahmenbedingungen, auf die du achten solltest, sind: