Wie wir unsere (schlechten) Entscheidungen schön reden!

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Übersicht

24.08.2024

Zusammenfassung

„Die Intuition steht dem klaren Denken im Weg.“

Im Bereich Finanzen, Anlagen und Investitionen müssen ständig Entscheidungen getroffen werden. Dabei handelt es sich meist um komplexe Entscheidungen, bei denen die uns zur Verfügung stehenden Informationen nicht immer eindeutig sind. Hinzu kommt, dass sich die äußeren Umstände ändern können und wir im Laufe der Zeit immer wieder neue Nachrichten und zusätzliche Informationen erhalten. Diese Veränderungen zwingen uns manchmal, getroffene Finanzentscheidungen zu überdenken oder neu zu treffen.

In diesem Artikel wird aufgezeigt, wie Informationen unsere Entscheidungen bezüglich Finanzprodukten beeinflussen, insbesondere, wenn diese Informationen denjenigen, die wir für unsere Entscheidung berücksichtigt haben, widersprechen.

Das Ignorieren oder emotionale Überbewerten von Informationen kann dabei zu Verlusten führen oder Sie dazu ermutigen, bei Investitionen am Ball zu bleiben.

Warum das Thema so wichtig ist!

Bei den eigenen Finanzen müssen ständig Entscheidungen getroffen werden.

Das können kleine Entscheidungen sein, wie der Kaffee to go auf dem Weg zur Arbeit, oder große, komplexe Entscheidungen, wie die Wahl der richtigen Finanzprodukte für die Altersvorsorge.

Während ein Kaffee to go vermutlich kein großes Loch in dein Budget reißen wird und deinen Lebensstil kaum beeinflusst, sieht es bei großen Finanzentscheidungen anders aus.

Falsche Entscheidungen können sehr teuer werden, wenn du beispielsweise in Anlageklassen investierst, die du nicht vollständig verstanden hast, und du gezwungen bist, sie mit Verlust zu verkaufen. Ein anderes Beispiel ist, wenn ein Finanzprodukt hohe Kosten verursacht oder eine vermeintlich flexible Geldanlage doch ganz starre Bedingungen in den AGB enthält.

Falsche Entscheidungen können also nicht nur teuer sein, sondern führen auch nicht zum gewünschten Ergebnis. Das kann zu einem bösen Erwachen führen, wenn du bei deiner Altersvorsorge auf das falsche Pferd setzt und im Alter deinen Lebensstandard nicht mehr aufrechterhalten kannst. So ergeht es vielen Rentnern, die trotz vieler Jahre der Berufstätigkeit in die Altersarmut abrutschen.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Welt der Finanzen zunehmend komplexer und komplizierter wird. Das gilt auch für deine individuellen Finanzentscheidungen. Dabei stellt sich auch die Frage, wie du alle notwendigen Informationen berücksichtigen und einschätzen kannst.

In diesem Artikel erhältst du keine Empfehlungen, was du am besten für deine Altersvorsorge tun solltest, denn das hängt von dir, deinen Präferenzen und deiner Risikoneigung ab. Vielmehr soll es darum gehen, wie du gute Entscheidungen treffen und schlechte vermeiden kannst. Darüber hinaus gehen wir den folgenden Fragen auf den Grund:

Was führt zu falschen Entscheidungen?

Bevor es konkret um Maßnahmen und Tipps für gute Entscheidungen geht, wird es zunächst kurz theoretisch. Was zu falschen Entscheidungen führen kann, spielt sich in deinem Kopf ab und wird in der Psychologie als kognitive Dissonanz bezeichnet. Dabei neigen Personen dazu, ihre Einstellung zugunsten von Handlungen zu ändern, die sie gewählt haben oder zu denen sie bewegt wurden (Hirshleifer, 2015).

Eine kognitive Dissonanz entsteht, wenn mindestens zwei verschiedene oder gegensätzliche kognitive Inhalte (z. B. Gedanken, Überzeugungen, Einstellungen oder die Wahrnehmung des eigenen Verhaltens) aufeinandertreffen (vgl. Fischer et al., 2013).

Es ist ein mentaler Konflikt, der entsteht, wenn deine Überzeugung oder Meinung im Widerspruch zu deinem Verhalten steht. Dieser Konflikt kann beim Investieren auftreten, wenn du davon überzeugt bist, dass bestimmte Anlagen sicher sind und gute Renditen erzielen werden, du aber trotzdem Verluste erleidest. In solchen Situationen kannst du dich unsicher, verwirrt und zerrissen fühlen. Dies kann dazu führen, dass du emotional reagierst und unkluge Entscheidungen triffst, beispielsweise indem du zu früh aus einer Anlage aussteigst oder die Anlagestrategie änderst.

Eine kognitive Dissonanz kann aber auch entstehen, wenn du vor der Wahl zwischen zwei Alternativen stehst. Wenn eine Entscheidung getroffen wurde, wird die gewählte Alternative aufgewertet, während die nicht gewählte Alternative abgewertet wird (Fischer et al., 2013). Es gibt darüber hinaus noch eine weitere Folge.

Nehmen wir an, du musst dich zwischen zwei Investmentstrategien entscheiden und hast auch schon eine grobe Meinung und Einschätzung, welche es werden soll. Während deines Entscheidungsprozesses kann es dazu kommen, dass du mehr Informationen, Blogartikel oder Bücher liest bzw. konsumierst, die mit deiner bisherigen Meinung übereinstimmen und dich bei deiner Entscheidung unterstützen, als Informationen, die deiner Meinung widersprechen. Das kann deine Entscheidung verzerren, weil du der Meinung bist, dass es mehr Informationen gibt, die für deine Entscheidung sprechen als dagegen. Die Geschichte, die du dir selbst erzählst, klingt plausibel und überzeugend. Tatsächlich beschränkst du deine Medienauswahl auf Titel und Informationen, die deine Entscheidung unterstützen, und vermeidest Informationen, die deine Entscheidung infrage stellen würden. Investoren neigen dazu, Informationen zu ignorieren, die zu stark von ihren eigenen Erwartungen für die Zukunft ihrer Investition abweichen. Das führt dazu, dass der Wert einer Investition über- oder unterbewertet wird (Drees & Eckwert, 2005).

Das klingt in erster Linie erstmal seht Abstrakt klingen, daher wirf doch mal einen Blick auf das Schaubild.

Gefahren und Chancen

An dieser Stelle ist es für dich zunächst einmal wichtig zu wissen, welche Folgen entstehen können, wenn du aufgrund kognitiver Dissonanz deine Einstellung oder dein Verhalten änderst. Zunächst werden einige Gefahren beleuchtet, bevor die positiven Seiten betrachtet werden.

Bei kognitiver Dissonanz besteht beispielsweise die Gefahr, einen Aktienkurs falsch einzuschätzen. Der Kurs wird dabei nicht effizient bewertet, sondern könnte über- oder unterbewertet sein (Drees & Eckwert, 2005). Eine weitere Gefahr ist, dass unliebsame Informationen ignoriert oder andere Informationen gesucht werden (Shiller, 1999), um die kognitive Dissonanz abzumildern.

Insbesondere, wenn du Informationen vernachlässigst, die (gerechtfertigt) gegen deine Meinung sprechen, kann dies zu Fehlentscheidungen und Verlusten führen. Beispielsweise könntest du auf eine Aktie setzen, die dir gefällt, obwohl viele Informationen gegen einen Kauf sprechen. Ebenso kann es schädlich sein, wenn du zu lange an einer Investition festhältst und Verluste nicht realisierst, weil du dir immer wieder neue Argumente überlegst, die für das Investment sprechen (Chang et al., 2016).

Es besteht auch die Gefahr, dass du dein Verhalten aufgrund der gegenüberstehenden Informationen änderst. Dies geschieht beispielsweise, wenn du auf kurzfristige Schwankungen des Marktes überreagierst, aufgrund von Unsicherheit und Zweifel zu früh aus einer Anlage aussteigst oder von einer gut funktionierenden Strategie abweichst. Eine letzte Gefahr ist mangelnde Diversifikation.

Hierbei ist jedoch nicht alles schwarz, es gibt auch weiße und positive Aspekte.

Das Auflösen einer kognitiven Dissonanz kann dir dabei helfen, bei Investitionen am Ball zu bleiben. Wenn du beispielsweise für deine Altersvorsorge investierst, ist es hilfreich, unterstützende Argumente zu haben. Ein Beispiel hierfür ist die Information, dass die Investition erst im hohen Alter positiv ausfallen muss und was bis dahin geschieht, ist nicht besonders wichtig.

Hierbei kann es auch hilfreich sein, die aktuelle Marktlage bei einem noch ausreichend langen Anlagehorizont zu ignorieren.

Du könntest auch schwächelnde Marktlagen nutzen, um deine durchschnittlichen Einstiegspreise zu senken.

Bitte beachte, dass dies keine Empfehlung oder Anregung zum Kauf oder Verkauf von Aktien, Wertpapieren oder sonstigen Finanzprodukten darstellt. Wichtig ist, dass du dir deine eigenen Pläne und Strategien entwickelst.

Zum Abschluss noch ein paar Tipps: Um möglichst gute Entscheidungen treffen zu können, solltest du

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